Und was kommt nach der Kartoffelsuppe und den Rouladen?
Nach der gestrigen Bürgersprechstunde bleibt ein „gut bürgerlicher“ Nachgeschmack, betrachtet man die Reaktionen im Social Web.
Neben der Ankündigung die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen und der Beschwichtigung den Tiefstand der Krise erreicht zu haben, bleiben vor allem die Kochkünste der Kanzlerin hängen, wie unsere aktuelle Wahlradar-Analyse von über 3.000 Blogs und Websites ergab.
Spannend ist vor allem die Bewertung dieses Ergebnisses. Einerseits ist es dramatisch, dass eine Kanzlerin auf ihre Kochkünste reduziert wird und die vielen politischen Themen nicht gehört, wahrgenommen oder im Social Web diskutiert werden (oder zumindest nur vereinzelt). Aber andererseits ist es gerade das, was viele Menschen an einer Politikerin bzw. einem Politiker mögen und schätzen. Es menschelt und schließlich wählen Menschen einen anderen Menschen, keinen Technokraten und Politikingenieur.
Einen großen Gewinner hatte das gestrige „town hall meeting“ nach amerikanischem Vorbild allemal: Twitter. Es zwitschert mächtig, zeitnah und kontrovers. Ein optimales Spielfeld für den virtuellen, politischen Schlagabtausch, den vor allem die „Jungen“ der verschiedenen Parteien (Jusos, Julis, Junge Union, etc) nutzen.
linkfluence Deutschland by Q
Eine aktuelle Studie aus England zeigt: “Marketers still lack social media knowledge”. Zwei Drittel der befragten Marketer gaben zu, nicht genau zu wissen, wie man Marketing im Social Web betreibt.
“There is a real thirst for information and knowledge on the subject of social media which is constantly evolving – making it hard to keep up with the latest trends.”
Mit Wahlradar und weiterführenden Analysen kann dieser Durst in Deutschland gestillt werden.
http://www.research-live.com/news_story.aspx?pageid=30&r=y&newsid=6311
Noch einmal einige grundsätzliche Anmerkungen zu Wahlradar, die dem Verständnis der Karte und des Instrumentes dienen sollen. Vielleicht ist das bislang etwas zu kurz gekommen.
Die Karte zeigt „wichtige“, „relevante“ bzw. „einflussreiche“ Seiten des deutschen politischen Webs. „Wichtig“, „relevant“ bzw. „einflussreich“ bemisst sich in diesem Fall einzig und allein am Verlinkungsmuster der jeweiligen Seite. Je mehr Links eine Seite von anderen politischen Seiten erhält, desto mehr Relevanz bzw. Einfluss wird ihr beigemessen. Im Umkehrschluss heißt das auch, dass eine Webseite, die nicht auf der Karte zu finden ist, als nicht relevant (genug) angesehen wird – wohlgemerkt von der politischen Community im Netz, nicht zwangsläufig von der breiten (Offline-) Öffentlichkeit. Solche Webseiten werden es mit ziemlicher Sicherheit in unsere knapp 3.000 Seiten starke Datenbank geschafft haben, aber eben nicht in die 555 „einflussreichsten“ Seiten, die auf der Karte abgebildet sind. Die 3.000 Seiten haben wir aus ca. 380.000 Seiten extrahiert, die ein „crawl“ von mehreren Hundert politischen Webseiten hervorgebracht hatte. Lediglich eine Handvoll Ausnahmen gibt es, die uns irgendwie bei der Übertragung des Datensatzes auf die Karte verloren gegangen sind.
Die Karte soll im Übrigen nur ein „Schaufenster“ sein, das als Demo einige wenige Funktionalitäten von Wahlradar zeigt. Die Software, die hinter der Karte läuft, leistet weit mehr als eine Visualisierung des politischen Webs. Wir haben damit erstmalig eine verlässliche Basis, um zu erfassen
· wo im Politikweb Meinung entsteht
· wie wichtige Meinungsknotenpunkte vernetzt sind
· wie sich News und Informationen ausbreiten
· an welchen wichtigsten Punkten ausgewählte Themen mit welcher Tendenz diskutiert werden.
Noch einmal: Die derzeitige Karte befindet sich noch im Aufbau (bereits aufgefallene Fehler beheben wir; Social Networks und Twitter integrieren wir früher oder später noch). Die Karte ist aber unserem Wissen nach bisher die einzige Darstellung und Analysegrundlage des politischen Webs in Deutschland. Sollte es vergleichbare Analyse- und Monitoringtools geben, freuen wir uns über jeden Hinweis.
Wahlradar ist das erste Monitoring-Instrument, mit dem sich das relevante deutsche Politik-Web abbilden und auf Trends, Informationsverbreitung und Entwicklungen hin individuell auswerten lässt. Die Meinungsöffentlichkeit im Web 2.0 wird damit als unverzichtbare Informationsquelle und Puls der Meinungsbildung erstmals direkt zugänglich. Diese Webseite bietet Ihnen Auswahl aus über 3.000 erfassten Webadressen und gibt einen ersten Eindruck der Kartierung und Segmentierung des politischen Webs.
Wahlradar erfasst das gesamte relevante Internet. Durch die Beobachtung von individuell segmentierten Web-Sphären kann die Entstehung und Entwicklung von Themen identifiziert und lokalisiert werden, Meinungsbildner werden deutlich.
Wer sind die Meinungsführer, wer hört ihnen zu, wie breiten sich Themen aus und was wird gerade gesagt?
Das neue Instrument bietet eine bisher nicht vorhandene zentrale Grundlage für Planung, Steuerung und Evaluation von Kommunikation und Kampagnen und macht das Web 2.0 transparenter für den Betrachter.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern durch das deutsche politische Web!