13. August 2009

Welthits im Wahlkampf - über die Tücken des Erfolges
nicht bewertet — linkfluence_de @ 12 h 48 min

Der Wahlkampfstart steckt doch noch im Sommerloch fest. Diese Einschätzung drängt sich auf, wenn man den Stand der Dinge um die alle vier Jahre stattfindende, eigentlich doch richtungsweisende Bundestagswahl zusammenfasst. Die richtig großen Themen fehlen ebenso wie die richtig interessanten Alternativen. In einer solchen Situation können Ereignisse den Weg in die öffentliche Aufmerksamkeit schaffen, die normalerweise nur das Potenzial zur Glosse haben. Das Ergebnis ist ein kleines Lehrstück über die Vordergründigkeit von Erfolgskennziffern und die Tücken von Aufmerksamkeit.

Was ist passiert: Vera Lengsfeld, die für die CDU in Berlin-Kreuzberg gegen Christian Ströbele, den einzigen direkt gewählten Grünen-Abgeordneten, um den Einzug in den Bundestag kandidiert, launcht ein Plakat mit ihr und Bundekanzlerin Angela Merkel. Dort sieht man sie und die Kanzlerin, tief dekolletiert und mit Perlenkette um den Hals über dem Claim: “Wir haben mehr zu bieten!”. Sie verschafft sich damit allerhand Aufmerksamkeit. Die Tagespresse schreibt, das politische Web schreibt, auf Ihrem Blog steigen die Besucherzahlen in ungewohnte Höhen. Für Frau Lengsfeld ist diese Aktion deshalb ein voller Erfolg. Am 12.8.2009 titelt sie in ihrem Blog: “Unser Plakat ist ein Welthit und 31.500 Besucher auf unserem Blog!”

Die Forscher von Q Agentur für Forschung und linkfluence wollten es genauer wissen und sind der Webresonanz auf diese Aktion nachgegangen. Und tatsächlich, die Plakatkampagne hat zumindest eines erreicht: Im Jahr 2009 gab es ca. 220 Posts und Beiträge über Vera Lengsfeld im politischen Web. Davon ca. 100 allein in den letzten 3 Tagen. (Stand 12.8. abends). Und 31.500 Blogbesucher sind für Frau Lengsfeld sicher auch kein Pappenstiel. Damit ist zunächst ein wichtiges Kommunikationsziel erreicht: Die Awareness konnte beträchtlich gesteigert werden. Auch daheim in Kreuzberg könnte das Thema den Alltag bereichern.

Awareness aber ist nicht alles, und tatsächlich gibt es eine andere Seite der Medaille, die weder Frau Lengsfeld noch den Wahlkämpfern der Union gefallen dürfte: die Reaktionen der ersten Tage sind eine schlichte Katastrophe. Davon zeugen zahlreiche Kommentare auf ihrem Blog, aber auch die Reaktionen im politischen Web. Ganze 3 Prozent sind positiv, 40% neutral oder journalistisch emotionslos, letztere fast ausschließlich von professionellen Medienseiten. 57% dagegen sind negativ, höhnisch oder im besten Falle von ungläubigem Staunen geprägt. Einige Beispiele von Schlagzeilen illustrieren diesen Eindruck

* Bild.de: “Dekolleté und Knack-Po - So versext war der Wahlkampf noch nie”
* taz.de: “Bizarres Plakat von CDU-Kandidatin: Busen-Wahlkampf in Berlin”
* WELT ONLINE: “Sex sells: CDU-Politikerin setzt Oberweiten im Wahlkampf ein”
* sueddeutsche.de: “CDU: Lengsfeld wie Merkel: Das politische Dekolleté”

Vera Lengsfeld selbst verteidigt ihr Plakat im Gespräch mit dem Tagesspiegel (Lengsfeld-Plakat: “Es ist kein Sex, sondern Humor”). Sie lässt uns über die Berliner Tageszeitung wissen: “Wer die Selbstironie nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen”. (tagesspiegel.de vom 11.8.09)

Offenbar ist vielen nicht zu helfen: soweit es die Resonanz im politischen Web betrifft, kam die Botschaft und auch der Humor von Vera Lengsfeld nicht an. Allerdings bedanken sich die politischen Satire-Seiten herzlich für die Steilvorlage. Das Plakat wird sicher noch von vielen aufgegriffen werden und so für Wirkung über den Tag hinaus bis zum Ende des Wahlkampfes sorgen. In vielen Analysen, zuletzt zum Deutschland-Plan von Frank-Walter Steinmeier und zum Vodafone-Spot, war zu erfahren, dass es im Web 2.0 gnadenlos ehrlich zugeht. Kommentatoren, Blogger oder Twitterer nehmen kein Blatt vor den Mund und sorgen damit für kräftige und über das Web weit verbreitete Diskussionsimpulse. So nimmt das Publikum aktiver als früher direkten Anteil an Debatten.

Im Falle Lengsfeld ist die Grundstimmung im politischen Web teilweise ungläubig und peinlich berührt, nicht selten verärgert und oft voll beißender Ironie. Man nennt das Plakat “niveaulos”, “peinlich”, “sexistisch”, “sinnfrei” oder “hohl”. Manche Autoren sprechen von “Tittitainment”, einem “Armutszeugnis” oder dem “Ekelwahlkampf in Kreuzberg”. Die äußerst wenigen positiven Beiträge stellen vor allem heraus, dass “endlich Farbe in den sonst so langweiligen Wahlkampf kommt” und das Plakat sympathischer sei als das des Kontrahenten Ströbele.

Aber auch die Reaktionen in den politischen Segmenten des Web2.0 sind aufschlussreich. Dass die Satiriker das Thema dankbar aufgreifen, haben wir schon konstatiert. Dass sich die politischen Gegner mokieren oder entrüstet zeigen, wird nicht verwundern. Bedenklicher für Frau Lengsfeld ist vermutlich, dass in der konservativen, unions-nahen Community weitgehend Funkstille herrscht (Stand 12.8. abends). Fast niemand springt ihr bei und verteidigt sie öffentlich. Die Hypothese liegt nahe, dass sie in den eigenen Reihen mit diesem Plakat nicht gerade an Ansehen gewonnen hat. Dem Wahlkampfteam der Bundespartei dürfte diese offenbar nicht abgesprochene Aktion sogar schwer im Magen liegen.

6. August 2009

Der Startschuss ist gefallen – Der Wahlkampf im politischen Web hat begonnen
nicht bewertet — linkfluence_de @ 9 h 43 min

Der offizielle Launch des „Deutschland-Plans“ von Frank-Walter Steinmeier am 3. August hat das politische Web auf Trab gebracht. Man merkt deutlich, wie das Aktivitätsniveau anzieht. Der Wahlkampf im politischen Web hat begonnen.

Wir haben vom 01.08.2009 bis zum 05.08.2009 (11.00 Uhr) die Beiträge im politischen Web zum Deutschland-Plan analysiert. Insgesamt 740 Beiträge und Postings entfielen auf dieses Thema. Damit hat es Frank-Walter Steinmeier geschafft, wieder mehr im Gespräch zu sein. Seit längerer Zeit zum ersten Mal liegt er wieder vor Angela Merkel und Ursula von der Leyen, was die Anzahl der Beiträge und Postings betrifft.

Vorläufig reagieren die Blogger noch relativ zurückhaltend, während die professionellen Onlinemedien hochaktiv sind. Einerseits ist das typisch für den Zyklus solcher Themen, andererseits könnte auch die Urlaubszeit eine Rolle spielen. Auch Blogger spannen mal aus und fahren weg. Man wird sehen, wie sich das Thema unter den Bloggern weiter entwickelt.

Die Reaktionen und Meinungen in den verschiedenen Sub-Communities fallensehr unterschiedlich aus. Im Web, in dem üblicherweise mit deutlichen Worten nicht gespart wird, findet sich die gesamte Breite möglicher Reaktionen: von Anerkennung und Lob über Ablehnung bis zu Hohn und Spott.

Die Zahlen für den Share of Voice der Communities im Einzelnen (Beiträge zu Frank-Walter Steinmeier/Deutschland-Plan in Prozent aller Beiträge):

  • Professionelle Medienseiten: 63 %
  • Nicht parteinahe Institutionen/Organisationen/Verbände etc.: 18 %
  • Sozialdemokratische Community: 7 %
  • Liberale Community: 3 %
  • Linke Community: 3 %
  • Satire Community: 3 %
  • Konservative Community: 2 %
  • Rechte Community: 0,5 %
  • Grüne Community: 0,3 %

In den professionellen Medienseiten wird durchaus differenziert, aber auch sehr pointiert berichtet. Immerhin gibt es konkreten Stoff, d.h. Vorschläge und Ziele, an denen man sich abarbeiten kann. Das lässt erwarten, dass die Debatte etwas länger anhält und der Deutschland-Plan bzw. Teile daraus in den nächsten Wochen auch in den Medien immer wieder zur Sprache kommen wird, statt spurenlos aus der Aktualität zu verschwinden. Die Reaktionen sind auch hier vielfältig:

Von „Steinmeiers Sommermärchen“ spricht n-tv.de. Deutschland-Plan als „Leuchtendes Ziel, unklarer Weg“ titelt taz.de. „Lob, Kritik, und die Furcht vor der ‚Planwirtschaft‘: Steinmeiers Deutschland-Plan polarisiert“ schreibt netzeitung.de. „Steinmeiers Plan: Endlich ein Wahlkampf-Thema“ hofft ZEIT ONLINE. „Steinmeier entwirft Vision für Millionen neue Jobs“, meint die Märkische Allgemeine Online.

Schnelle und zahlreiche Reaktionen finden sich in der Community der nicht partei-orientierten Organisationen und Blogger. Auf breiter Front fällt das Urteil negativ aus. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die SPD mit ihrem Plan auf eine mittlerweile weit verbreitete Inkompetenz-Vermutung und Negativ-Wahrnehmung stößt. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen dominieren harte Worte: Man wittert unrealistische Ziele, wohlfeile Wahlkampflügen, verzweifeltes Aufbäumen gegen die Erfolglosigkeit, Hilf- und Planlosigkeit in der Umsetzung. Nur wenige Stimmen raten dazu, das Papier erst mal zu lesen, und dann zu urteilen.

Für die sozialdemokratische Blogosphere ist die Ankündigung des Deutschland-Plans dagegen offenbar Balsam auf die geschundene Seele. Der Auftritt wird nicht nur besonders häufig, sondern auch sehr positiv kommentiert. Man spricht von einer Weichenstellung für die Zukunft Deutschlands (und der SPD). Frank-Walter Steinmeier gilt nun als anpackend, intelligent, zukunftsweisend, solide. Es scheint, als könnte der Plan auf die eigenen Truppen wie gewünscht wirken: Die Auseinandersetzung durchaus zeitgerecht auf wichtige Themen zu fokussieren, aus Sicht der SPD-nahen Community die richtigen Argumente zu liefern und damit wieder Hoffnung und eine kämpferische Grundstimmung zu schaffen. Nicht zu übersehen ist deshalb auch die Erleichterung und die Freude darüber, endlich wieder einmal in der Offensive zu sein.

Stiller dagegen ist es noch bei den politischen Konkurrenten. Entweder will man das Papier erst mal genauer analysieren und verdauen, bevor man zurückschlägt, oder man will es ignorieren.

In den noch wenigen Beiträgen der Konservativen-Blogs werden Steinmeiers Pläne scharf kritisiert, man wirft ihm gar „Großmäuligkeit“ vor. Gefahr sieht man durch das Kompetenz-Team und dessen Pläne nicht aufkommen. Aber es gibt nun auch Stimmen, die vor Übermut warnen und darauf hinweisen, dass die Wahl noch nicht gelaufen sei.

Die liberale Community geht mit Steinmeier und dem Deutschland-Plan noch härter ins Gericht. Das Thema Vollbeschäftigung und das Ziel von 4 Millionen neuen Jobs wird als unseriöses Versprechen tituliert, es sei „völlig unglaubwürdig und blödsinnig“. Frank-Walter Steinmeier wird gar als tragisch-komischer und flügellahmer Superheld verspottet.

Auch in Teilen der linken Community geht man mit den Plänen nicht gerade zimperlich um. Das Kompetenz-Team wird als „letztes Aufgebot“ verhöhnt und Steinmeier als Schröder-Kopie bezeichnet. Die Diskussion um Vollbeschäftigung durch Zweitjobs wird sehr kritisch gesehen. Man spricht gar von „Zwangsarbeitern für den Mittelstand“.

Die anderen Communities konnten aufgrund zu weniger Beiträge qualitativ nicht sinnvoll ausgewertet werden.

Die Reaktionen in diesem kurzen Zeitraum haben zumindest eines gezeigt: Im Web 2.0 wird unverblümt diskutiert. Sehr gut erkennbar wird dabei, wo emotionale Widerstandspunkte und Reaktanzen liegen und welche Rolle ein verfestigtes Image spielen kann. Damit liegen die Reaktionen im politischen Web 2.0 vermutlich nicht weit entfernt von denen im Rest der Bevölkerung.

Frank-Walter Steinmeier stemmt sich nun mit seinem Kompetenz-Team und dem Deutschland-Plan gegen diesen Trend. Einen Kantersieg davongetragen hat er dabei sicher nicht. Nichtsdestotrotz ist die Bilanz nicht völlig verhagelt:

  • Er hat es geschafft, Aufmerksamkeit zu binden, auch im politischen Web. Er erscheint als Kanzlerkandidat wieder auf dem Radar der Blogosphäre und der Medien.
  • Er kommt in die Offensive und beeinflusst dadurch in dieser Woche die Agenda der politischen Diskussion.
  • Er wird mit seinen Vorschlägen diskutiert. Es gelingt ihm dadurch zumindest partiell, von einer reinen Schicksalsdebatte über die unglücklich operierende Verlierer-SPD zurück zu Inhalten zu kommen.
  • Er trifft positiv ins Schwarze seiner eigenen Anhänger. Nichts ist dort wichtiger, als Kampfbereitschaft zu wecken, politischen Sinn und Ziele zu vermitteln, die Reihen zu schließen und dadurch wahlkampf- und kampagnenfähig zu werden. Die ersten Reaktionen der sozialdemokratischen Web 2.0-Community können ihn hier hoffen lassen.

Und schließlich birgt auch heftiger politischer und inhaltlicher Gegenwind noch Trost. Denn wer Wahlkämpfe verfolgt, weiß, dass es auch nicht weiterhilft, konturenlos, langweilig und nicht mal diskussionswürdig zu sein: Viel Feind, viel Ehr, kein Feind keine Ehr.

28. Juli 2009

Sommertheater oder moralisches Fehlverhalten? – Die Dienstwagen-Affäre von Frau Schmidt
nicht bewertet — linkfluence_de @ 13 h 38 min

Angesichts der plötzlich hochgepoppten, sogenannten „Dienstwagen-Affäre“ der Ministerin Ulla Schmidt hat Linkfluence Deutschland analysiert, wie man sich im politischen Web mit diesem Thema auseinandersetzt. Mit Stand 28.7. vormittags (10.30 Uhr) sehen die Dinge so aus:

Seit Samstag, 25.7., sorgten über 360 Beiträge über Ulla Schmidt und Ihren Dienstwagen für großen Wirbel. Allerdings wirbeln bisher vor allem die Medien. Denn 86 % der Beiträge, Posts und Kommentare stehen auf professionellen Medienseiten und Seiten der politischen Parteien und Institutionen.

Dagegen hält sich die politische Blogosphäre noch zurück. Insgesamt finden sich 50 Beiträge (entsprechend 14% aller Beiträge) auf Nicht- Medienseiten. Auf die einzelnen Communities im politischen Web verteilen sich die Beiträge wie folgt:

Konservative Community: 2,5 %

Liberale Community: 3,4 %

Grüne Community: 0,5 %

Sozialdemokratische Community: 0,5 %

Rechte Community: 1,1 %

Linke Community: 2,3%

Ein gefundenes Fressen ist das Thema für einige Satire-Seiten (3,6 %), die auch die spontane Werbeaktion eines Automobilverleihers aufgreifen.

Die Tonalität der Beiträge aus der liberalen, konservativen und rechten Community ist voller Spott und Hohn für Ulla Schmidt. In der liberalen Community werden zusätzlich Fragen nach Gewissen und Moral gestellt. Die grüne und sozialdemokratische Community hingegen kommentiert das Thema bislang praktisch nicht oder zeigt sich uninteressiert. In der linken Community hingegen freut man sich über das Sommertheater und die scheinbar perfekte Vorlage aus dem sozialdemokratischen Regierungslager. Hier weist man gerne auf grassierende Doppelmoral hin und bemüht dafür die Flüge anderer Politiker (wie z.B. von Angela Merkel nach Sylt) als Beleg.

Der Sommer hat also auch im poltischen Web begonnen, das erste Loch hat sich offenbar aufgetan. Ob es aber aus geschäftiger medialer Leere besteht oder tatsächlich für eine interessante Auseinandersetzung im Web und an Deutschlands Stamm- und Wohnzimmertischen taugt, muss sich erst noch zeigen. Den Akteuren im politischen Raum kann man vorerst nur raten, sich nicht zu vollmundig aus dem moralischen Fenster zu hängen, bevor nicht substanzielle Verfehlungen offenkundig sind. Denn zum einen lassen sich die Bürger nicht immer und jedes Mal von vordergründigen Empörungsinszenierungen beeindrucken. Zum anderen nutzt ein Teil der Bundesbürger selbst Dienstwagen. Und raten Sie mal was viele von denen im Sommer mit ihrem Wagen machen: Na klar, in Urlaub fahren.

Wie es weiter geht können Sie demnächst auf diesen Seiten nachvollziehen.

16. Juli 2009

Die “große Kollision” (tagesspiegel.de) beherrscht das politische Web
nicht bewertet — linkfluence_de @ 22 h 46 min

Am 15.7. und 16.7. ist das Ende der großen Koalition in Schleswig-Holstein das Topthema im politischen Web. Aktuell ist es jedoch vor allem ein Thema der professionellen Onlinemedien. Die einzelnen politischen Lager/Communities sind (noch) zurückhaltend. Dafür sind die Kommentare einiger Medien umso schärfer:

Spiegel Online: Männerfehde sprengt Kieler Krawall Koalition

Zeit Online: Das Kieler Elend hat ein Ende

WZ-Newsline: An der Dauerkrise zerbrochen

1. Juli 2009

PoliticoSphere.net das US Pendant zu Wahlradar ist online
nicht bewertet — linkfluence_de @ 22 h 59 min

Unter dem Motto “Discover the Map of the U.S. Political Blogosphere” können interessierte User nun auch das politische Web der USA erkunden. Außerdem auf   http://politicosphere.net/ zu sehen: die Top 5 Listen der einflussreichsten progressiven und konservativen Blogs.

14. Juni 2009

Thießens Bärendienst – Das Web sagt: Wahlpflicht Nein Danke!
nicht bewertet — linkfluence_de @ 18 h 50 min

Der Aufruf zur Wahlpflicht des SPD-Politikers Jörn Thießen sorgt für mächtig Aufruhr im politischen Web.

Die Initiierung der Debatte scheint auf den ersten Blick gelungen, denn nach der Europawahl ist das Thema Wahlbeteiligung ein zentrales Thema. Jedoch, 72% der Beiträge zum Thema Wahlpflicht sprechen sich eindeutig gegen den Vorschlag Thießens aus. 27% berichten darüber neutral und nur 1% der Beiträge begrüßen die Wahlpflicht. Kommentare wie „Krisenbewältigung auf Sozialdemokratisch“, „Mit Wahlpflicht gegen die Bedeutungslosigkeit“  oder gar „Totalitäre Fantasien“ zeigen die Verärgerung.

8. Juni 2009

Koch-Mehrin die Web-Gewinnerin
nicht bewertet — linkfluence_de @ 14 h 53 min

Die Analyse in wahlradar zeigt es deutlich: Silvana Koch-Mehrin hatte mit Abstand die höchste Medienpräsenz im Political Web und den Online-Medien. Ab dem 1. Mai bis zum gestrigen Europa-Wahl-Tag fielen 44 % der Beiträge auf die FDP-Spitzenkandidatin.

Mit großem Abstand folgen (oder besser schwächeln) die Kandidaten anderer Parteien: Schulz mit 18,4 %, Bisky mit 11,7%, Pöttering mit 10,9% und Bütikofer mit 9,7%/Harms 5,2%.

Für den Spitzenkandidaten Martin Schulz der SPD gibt es einen weiteren Wehrmutstropfen. Ohne die massive Berichterstattung in der sozialdemokratischen Community wäre er noch weiter abgeschlagen. Noch dicker kommt es jedoch für Hans-Gert Pöttering. Selbst in der eigenen konservativen Community gibt es kaum Beiträge über den eigenen Spitzenkandidaten.

18. Mai 2009

Was kommt nach der Kartoffelsuppe?
nicht bewertet — Tags: , — publicisconsultants_de @ 17 h 54 min

Und was kommt nach der Kartoffelsuppe und den Rouladen?
Nach der gestrigen Bürgersprechstunde bleibt ein „gut bürgerlicher“ Nachgeschmack, betrachtet man die Reaktionen im Social Web.

Neben der Ankündigung die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen und der Beschwichtigung den Tiefstand der Krise erreicht zu haben, bleiben vor allem die Kochkünste der Kanzlerin hängen, wie unsere aktuelle Wahlradar-Analyse von über 3.000 Blogs und Websites ergab.
Spannend ist vor allem die Bewertung dieses Ergebnisses. Einerseits ist es dramatisch, dass eine Kanzlerin auf ihre Kochkünste reduziert wird und die vielen politischen Themen nicht gehört, wahrgenommen oder im Social Web diskutiert werden (oder zumindest nur vereinzelt). Aber andererseits ist es gerade das, was viele Menschen an einer Politikerin bzw. einem Politiker mögen und schätzen. Es menschelt und schließlich wählen Menschen einen anderen Menschen, keinen Technokraten und Politikingenieur.
Einen großen Gewinner hatte das gestrige „town hall meeting“ nach amerikanischem Vorbild allemal: Twitter. Es zwitschert mächtig, zeitnah und kontrovers. Ein optimales Spielfeld für den virtuellen, politischen Schlagabtausch, den vor allem die „Jungen“ der verschiedenen Parteien (Jusos, Julis, Junge Union, etc) nutzen.

linkfluence Deutschland by Q

Marketer wissen nicht, wie Marketing im Social Web funktioniert
nicht bewertet — publicisconsultants_de @ 12 h 20 min

Eine aktuelle Studie aus England zeigt: “Marketers still lack social media knowledge”. Zwei Drittel der befragten Marketer gaben zu, nicht genau zu wissen, wie man Marketing im Social Web betreibt.
“There is a real thirst for information and knowledge on the subject of social media which is constantly evolving – making it hard to keep up with the latest trends.”

Mit Wahlradar und weiterführenden Analysen kann dieser Durst in Deutschland gestillt werden.

http://www.research-live.com/news_story.aspx?pageid=30&r=y&newsid=6311

7. Mai 2009

Hintergründe
nicht bewertet — publicisconsultants_de @ 16 h 20 min

Noch einmal einige grundsätzliche Anmerkungen zu Wahlradar, die dem Verständnis der Karte und des Instrumentes dienen sollen. Vielleicht ist das bislang etwas zu kurz gekommen.

Die Karte zeigt „wichtige“, „relevante“ bzw. „einflussreiche“ Seiten des deutschen politischen Webs. „Wichtig“, „relevant“ bzw. „einflussreich“ bemisst sich in diesem Fall einzig und allein am Verlinkungsmuster der jeweiligen Seite. Je mehr Links eine Seite von anderen politischen Seiten erhält, desto mehr Relevanz bzw. Einfluss wird ihr beigemessen. Im Umkehrschluss heißt das auch, dass eine Webseite, die nicht auf der Karte zu finden ist, als nicht relevant (genug) angesehen wird – wohlgemerkt von der politischen Community im Netz, nicht zwangsläufig von der breiten (Offline-) Öffentlichkeit. Solche Webseiten werden es mit ziemlicher Sicherheit in unsere knapp 3.000 Seiten starke Datenbank geschafft haben, aber eben nicht in die 555 „einflussreichsten“ Seiten, die auf der Karte abgebildet sind. Die 3.000 Seiten haben wir aus ca. 380.000 Seiten extrahiert, die ein „crawl“ von mehreren Hundert politischen Webseiten hervorgebracht hatte. Lediglich eine Handvoll Ausnahmen gibt es, die uns irgendwie bei der Übertragung des Datensatzes auf die Karte verloren gegangen sind.

Die Karte soll im Übrigen nur ein „Schaufenster“ sein, das als Demo einige wenige Funktionalitäten von Wahlradar zeigt. Die Software, die hinter der Karte läuft, leistet weit mehr als eine Visualisierung des politischen Webs. Wir haben damit erstmalig eine verlässliche Basis, um zu erfassen

· wo im Politikweb Meinung entsteht

· wie wichtige Meinungsknotenpunkte vernetzt sind

· wie sich News und Informationen ausbreiten

· an welchen wichtigsten Punkten ausgewählte Themen mit welcher Tendenz diskutiert werden.

Noch einmal: Die derzeitige Karte befindet sich noch im Aufbau (bereits aufgefallene Fehler beheben wir; Social Networks und Twitter integrieren wir früher oder später noch). Die Karte ist aber unserem Wissen nach bisher die einzige Darstellung und Analysegrundlage des politischen Webs in Deutschland. Sollte es vergleichbare Analyse- und Monitoringtools geben, freuen wir uns über jeden Hinweis.

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